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Rassebeschreibung FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE (F.C.I) Standard Nr. 176 / 27.05.2014 / DE/ PICARDIE SCHÄFERHUND (Berger de Picardie) Übersetzung: Christina Bailey. Durch den VDH überprüft. Ursprung: Frankreich Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: 04.11.2008  Verwendung: Schäferhund Klassifikation F.C.I.: Gruppe I : Hüte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde) Sektion 1 : Schäferhunde mit Arbeitsprüfung ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Der Berger Picard ist ein mittelgroßer Hund. Er ist robust, rustikal, gut bemuskelt und kräftig gebaut ohne jemals plump zu wirken. In Ruhestellung wie in der Bewegung bleibt er stets elegant. Sein wacher und aufgeweckter Ausdruck wird charakterisiert durch die Griffonage. GRÖSSE: von 60 cm bis 65 cm für Rüden von 55 cm bis 60 cm für Hündinnen Toleranz +/- 1 cm KOPF: Ohne zu kräftig zu sein, sollte er in Proportion zum Kőrper stehen. Fein gemeisselt, ohne den Eindruck zu ergeben zugespitzt zu sein. Von der Seite gesehen sind die Linien des Schädels und des Fangs parallel. Der Typ wird bestimmt durch die Griffonnage, d.h. die Augenbrauen sind deutlich ausgeprägt (das Haar ist ungefähr 4 cm lang, es darf die Augen nicht verschleiern) sowie durch den Kinn- und den Schnauzbart.   STIRN: von vorne gesehen soll sie nicht zu flach sein, sondern leicht gewölbt, mit leichter Stirnfurche. Fehler: nicht genügend oder zu sehr gewölbt, Furche zu ausgeprägt. Ausschließende Fehler: Schädel flach oder kuppelförmig, fliehende oder zu steil abfallende Stirn. WANGEN: sollen nicht zu stark ausgebildet sein, aber ohne flach zu sein, sollen sie eine gewisse Rundung zeigen. Hinter den Wangen hat das Haar die gleiche Länge wie das des Körpers. Fehler: Wangen zu ausgeprägt, schlaff oder Mangel an Muskeln. FANG: kräftig und nicht zu lang, darf nicht spitzig enden; Nasenschwamm immer schwarz. Lippen trocken und gut anliegend. Der Nasenrücken ist gerade. Leichter Schnurr- und Backenbart. Fehler: Fang zu lang, schmal oder zu stark, spitzig oder zu rechteckig. Nase schmal,teilweise fleischfarbig, dicke Mundwinkel, dicke Unterlippen, Nasenrücken gewölbt. Mangel an Schnauz- und Backenbart. (Das Kopfhaar muß ungefähr 4 cm lang und der Schnauz- und Backenbart deutlich sein). Ausschließende Fehler: unproportioniert zum Schädel. Lefzen hängend. Nase von anderer Farbe als schwarz, Depigmentierung der Schleimhäute. KIEFER: mächtig, sich hermetisch schließend, ohne Vor- oder Rückbiß. Fehler: sehr leichter Vor- oder Rückbiß. Bei Fehlen von 2 Prämolaren weder CAC noch ResCAC, bei Fehlen von 4 Prämolaren kein Vorzüglich; kariöse Zähne je nach Wichtigkeit, abgebrochene oder gekappte Fangzähne. Ausschließende Fehler: Fehlen von mehr als 4 Zähnen, ausgeprägter Vor- oder Rückbiß. OHREN: von mittlerer Größe, breit an der Basis, ziemlich hoch angesetzt; die Basis erinnert an das Schafsohr; von Natur aus immer aufrecht getragen, die Spitzen leicht gerundet; leicht divergent getragene Ohren werden toleriert; Länge 10 cm, nie mehr als 12 cm bei einem maximal großen Rüden. Fehler: Ohren zu groß oder an die Ohren des Belgischen Schäferhundes erinnernd, zu tief angesetzt oder zu nah beieinander stehend. Ausschließende Fehler: Ohren nicht korrekt getragen. AUGEN: von mittlerer Größe, nicht hervorstehend, von dunkler Farbe, weder helle Augen noch Glasaugen. Färbung der Iris mehr oder weniger dunkel je nach Fellfarbe (auf jeden Fall nie heller als nußbraun). Fehler: alles was nicht mit der Beschreibung übereinstimmt. Ausschließende Fehler: Glasaugen, schräg eingesetzte, ungleiche Augen. Farbe zu hell. AUSDRUCK: der Ausdruck soll weder bösartig noch mißtrauisch sein. Ausschließende Fehler: scheuer Ausdruck, fliehender Blick. HALS: kräftig und muskulös, von guter Länge, in der Bewegung aufgerichtet und gut von den Schultern abgesetzt, Kopf stolz getragen. Fehler: Hals lang und schmal, kurz und dick, unvermittelt aus den Schultern heraustretend; schlaffe Haut. KÖRPER: Brust tief ohne Übertreibung. Die Brust darf nicht tiefer als bis zu den Ellbogen hinabreichen. Der unmittelbar hinter den Ellbogen gemessene Brustumfang muß die Widerristhöhe um 1/5 übertreffen. Die Körperlänge übertrifft nur wenig die Widerristhöhe sein. Rücken gerade, Lenden solid. Rippen im oberen Drittel gut gebogen, dann abflachend bis zum Brustbein. Bauch leicht aufgezogen. Die Kruppe geht allmählich in den hinteren Teil der Schenkel über. Knochenbau sichtbar ohne Übertreibung. Fehler: je nach Stärke des Mangels. Körper zu schwer oder zu leicht, zu lang, zu hochbeinig oder zu bodennah. Rippen zu flach oder zu rund. Bouvierartige Konstruktion. Kruppe zu gerade oder stark abfallend. Ausschließende Fehler: die genannten Fehler zu ausgeprägt. RUTE: Behaart, Haarlänge wie das Körperhaar. In Ruhestellung muß die Rute die Sprunggelenke erreichen und gerade nach unten hängen mit leichter Krümmung am Ende, in Aktion kann die Rute etwas höher getragen werden, ohne jemals über dem Rücken getragen zu werden. Fehler: Rattenschwanz oder zu behaart; zu kurz, abgewinkelt, schlecht getragen. Ausschließende Fehler: Ständig auf dem Rücken getragen, tief getragen auf Grund einer Operation (Durchtrennung der Muskel). Stummelrute oder fehlend. VORDERHAND: Schultern lang und schräg, geben eine große Leichtigkeit in der Bewegung, muskulös ohne Schwere; die Läufe sind gut senkrecht gestellt. Trockener Knochenbau. Gelenke markiert ohne den Eindruck einer Mißbildung zu erwecken. Vordermittelfuß von hinten nach vorne leicht geneigt, um den Läufen Geschmeidigkeit zu geben und ein plötzliches Anhalten zu erleichtern. Fehler: Schultern zu lang (windhundartig) oder zu steil (bouvierartig), schmal oder schwer, lose oder die Bewegung lähmend; Knochenbau dünn oder zu stark; Vorderfußwurzelgelenke schwach oder aufgetrieben (knotenartig). Vordermittelfuß zu gerade oder zu geneigt, durchgetreten. Ausschließende Fehler: Die genannten Fehler zu ausgeprägt. HINTERHAND: Keulen lang und gut bemuskelt. Kniegelenk stark; die Hinterhand des Hundes soll weder steil noch zu stark von hinten nach vorne schräg stehen, weder eng noch zu breit sein. Es darf keine Disharmonie zwischen Keulen und Kruppe geben, das Ganze muß in einer angenehmen Kurve verschmelzen. Läufe solid, die Hinterhand ohne Schwäche tragend, aber mit Elastizität. Knochenbau ausgeprägt aber ohne Übertreibung. Sprunggelenke mittelmäßig gewinkelt, weder zu fassbeinig noch zu eng gestellt, nicht zu hoch angesetzt; eine gute Sprunggelenkwinkelung ist bei unserem Berger unbedingt notwendig. Hintermittelfuß robust und trocken, senkrecht zum Boden; wenn der Hund steht, Hinterläufe senkrecht - von jeder Seite gesehen. Fehler: je nach Wichtigkeit des Mangels. Ausschließende Fehler: Hinterhand insgesamt fehlerhaft. PFOTEN: Gerundet und kurz, gut geschlossen, gewölbt; Nägel stark und kurz, von dunkler Farbe. Weder Afterkrallen noch zusätzliche Zehen. Ein Hund mit Afterkrallen wird nicht disqualifiziert, aber bestraft. Ballen fest, mit einer gewissen Elastizität, da der Ballen ein Fußkissen ist, das einen Teil des Stöße auffangen soll. Fehler: Strafe je nach Mangel. Ausschließende Fehler: doppelte Afterkrallen an allen vier Läufen. HAAR: hart, halblang, nicht gelockt, nicht flach, muß rauh sein und unter den Fingern knirschen. Die Länge beträgt 5 bis 6 cm auf dem ganzen Körper einschließlich der Rute. Unterwolle fein und dicht. Fehler: Haarlänge unter 4,5 cm, nicht rauh genug, Tendenz zu flachem oder gekräuseltem Haar. Ausschließende Fehler: Haarlänge unter 4 cm oder über 6 cm, gelockt oder sehr flach, weich oder wollig. FARBEN: grau, grau-schwarz, grau mit schwarzem Widerschein, grau-blau, grau-rot, hell- oder dunkelfalb oder die Mischung dieser Farben. Kein großer weißer Fleck erlaubt, ein kleiner weißer Fleck ist auf der Brust und den Pfotenspitzen erlaubt. Fehler: Großer weißer Brustfleck (Schürze); weiß an allen Zehen. Ausschließende Fehler: schwarz, weiß, harlekin, gescheckt, zuviel weiß an der Brust, Pfoten ganz weiß, weiß im Haarkleid an oben nicht genannten Stellen. N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.
Babette mit Scotty am Stubai Gletscher
Geschichtliches Die korrekte Bezeichnung der Rasse lautet Berger de Picardie, was aus dem Französischen übersetzt Schäferhund der Picardie heißt. Die Picardie ist eine Provinz im Nordwesten Frankreichs, wo der Picard als Hütehund für Schafherden teilweise noch heute eingesetzt wird. Der Berger de Picardie soll schon mit den Kelten um 800 in die Picardie (Frankreich) gelangt sein. Die beiden vergangenen Weltkriege dezimierten diese Hunde sehr stark. Von diesem Aderlass erholt sich die Rasse nur langsam. Bis heute ist der Picard nicht sehr oft anzutreffen. Wesen des Picards Seinen ursprünglichen Aufgaben entsprechend ist der Picard ein sehr selbständiger und wachsamer Hund. Fremden gegenüber ist er zunächst meist vorsichtig und zurückhaltend, liebt "seine" Menschen jedoch abgöttisch. Zuhause ist er verschmust und verspielt, braucht aber durchaus seine Beschäftigung und seinen Auslauf. Da er sehr intelligent ist, neigt er dazu Kommandos zunächst selbst auf "Sinnhaftigkeit" zu überprüfen, was den Eindruck der Sturheit erzeugt. Er sollte nie ungerecht und zu hart angefasst werden. Der Picard ist normalerweise kein Anfängerhund, er braucht viel Einfühlungsvermögen und liebevolle Konsequenz. Wie alle Hirtenhunde ist er sehr selbstständig und eigenwillig, was für seine Aufgabe auch unbedingt nötig war. Um einen Begleithund bzw. Familienhund zu bekommen, muss man das mit berücksichtigen. Seine Erziehung braucht ein gehöriges Maß an Konsequenz, Geduld, Beharrlichkeit, aber auch eine große Portion Sensibilität.
Scotty “Grog von der Stammenmühle”
Der Berger Picard
Berger Picard